Ausgangspunkt
Kühlmittelverlust zwischen Motor und Getriebe
Bei diesem Fiat Panda 169 1.2 8V Dualogic trat deutlich Kühlmittel an der Verbindung zwischen Motorblock und Getriebe aus. Nach dem Entfernen der Abdeckung war zu erkennen, dass die Flüssigkeit dort tatsächlich austrat und nicht nur alte Spuren hinterlassen hatte.
Die Lage ließ einen hinter dem Schwungrad verborgenen Frost- beziehungsweise Kernlochstopfen vermuten. Diese Hypothese erklärte sowohl die Austrittsstelle als auch den fehlenden Zugang von außen.
Symptom und Aufbau
Warum ein kleines Bauteil eine große Demontage erforderte
Der verdächtige Stopfen lag hinter Getriebe, Kupplung und Schwungrad. Zur Bestätigung der Ursache mussten diese Baugruppen entfernt werden, bis die Rückseite des Motorblocks sichtbar war.
Beim Dualogic betätigen Stellmotoren Kupplung und Gangwahl; die Reibkupplung selbst ist jedoch eine herkömmliche Einscheibenkupplung. Das beeinflusste Anschlüsse und spätere Kalibrierung, nicht den grundsätzlichen Aufbau des Kupplungssatzes.
Vorbereitung
Das Getriebe von oben freilegen
Zuerst wurden Luftfilterkasten, Batterie, Batterieträger und das Hitzeschutzblech der Kupplungssteuerung entfernt. Der Dualogic-Kabelbaum wurde am Stecker getrennt, damit der getriebeseitige Teil am Getriebe bleiben konnte.
Danach folgten Masseanschluss und obere Befestigungen einschließlich des Bereichs am Anlasser. So waren alle oberen Verbindungen geklärt, bevor die Arbeit unter dem Fahrzeug weiterging.
Ausbau
Getriebeöl, Antriebswellen und Absenken des Getriebes
Das Getriebeöl wurde abgelassen, beide Räder wurden abgenommen und die zwei Antriebswellen ausgebaut. An den Achsschenkeln wurden die nötigen Verbindungen gelöst, bevor die letzten Getriebeschrauben entfernt wurden.
Das Getriebe wurde mit Hilfe einer zweiten Person kontrolliert abgesenkt. Das Video zeigt den Ablauf an diesem Fahrzeug, ersetzt aber keine geeigneten Hebe- und Sicherungsmittel oder Werkstatterfahrung.
Bestätigter Befund
Der defekte Stopfen saß hinter dem Schwungrad
Nach dem Getriebe wurden Druckplatte, Kupplungsscheibe und Schwungrad entfernt. Erst dann war der beschädigte Stopfen im Motorblock vollständig sichtbar und als Ursache des Kühlmittelverlusts bestätigt.
Die Flüssigkeit schien aus der Getriebeverbindung zu kommen, weil sie dort austrat; das defekte Bauteil gehörte jedoch zum Motorblock.
Zustand des Kühlsystems
Rost hinter dem Stopfen und ein späterer Kühlmittelwechsel
Nach dem Ausbau des alten Stopfens wurden Sitz und alte Dichtmittelreste gereinigt. Beim Ausblasen trat viel Rost aus, was weiteren Wartungsbedarf im Kühlsystem zeigte.
Für die erste Prüfung wurde neues Kühlmittel eingefüllt. Ein weiterer Wechsel nach einiger Fahrzeit war vorgesehen, um Verschmutzungen weiter auszuspülen; das vorhandene Material bestätigt diese spätere Arbeit noch nicht.
Reparaturentscheidung
Der Nachbau-Stopfen saß nicht sicher
Zunächst wurde ein universeller Ersatz versucht, der sich jedoch fast mit einem Finger wieder herausdrücken ließ. Sein Einbau hätte das Risiko bedeutet, die gesamte Getriebedemontage bei erneutem Verlust zu wiederholen.
Deshalb wurde er verworfen und durch einen Originalstopfen ersetzt. Dieser ging mit deutlich mehr Widerstand hinein und saß mit der aufgetragenen Dichtung fest. Entscheidend war die Passung, nicht nur die Marke.
Kombinierte Arbeit
Neue Kupplung bei bereits ausgebautem Getriebe
Da die Kupplung für den Zugang ohnehin vollständig entfernt war, wurden eine neue LuK-Druckplatte, Scheibe und ein neues Ausrücklager montiert. Laut Bericht hatte das Fahrzeug mehr als 200.000 Kilometer, sodass dadurch eine spätere Wiederholung eines großen Teils der Arbeit vermieden wurde.
Die Federseite der Scheibe wurde zum Getriebe ausgerichtet und vor dem Anziehen der Druckplatte zentriert. Auch das Ausrücklager wurde für den Getriebeeinbau in seiner Position gesichert.
Zusammenbau
Schwungrad, Getriebe, Antriebswellen und Flüssigkeiten
Das Schwungrad wurde mit Blech und Scheibe in seiner einzigen passenden Position montiert. Im Video werden 44 Nm für die Schrauben genannt; vor einer Übernahme muss dieser Wert anhand der exakten Fahrzeugdaten geprüft werden.
Anschließend wurden Getriebe, Anlasser und beide Antriebswellen eingebaut. Es folgten Getriebeöl, Batterieträger, Batterie und die zu Beginn entfernten Teile.
Kühlkreislauf
Befüllen, Entlüften und erste Kontrolle
Das Kühlsystem wurde befüllt und am Entlüftungspunkt von eingeschlossener Luft befreit. Damit konnte die reparierte Stelle unmittelbar geprüft werden.
Bei laufendem Motor trat zwischen Block und Getriebe kein Kühlmittel mehr aus. Dieses Ergebnis ist im vorhandenen Material bestätigt.
Offene Nacharbeiten
Dualogic-Kalibrierung und Kühlmittelkontrolle
Die Kupplungsanpassung mit einem Diagnosegerät stand noch aus, damit das Dualogic-Steuergerät die neue Kupplung einlernen konnte. Sie wird angekündigt, aber im Material nicht gezeigt.
Auch eine weitere Reinigung des Kühlsystems und ein späterer Kühlmittelwechsel blieben wegen des Rosts offen. Beide Punkte werden deshalb nicht als erledigt dargestellt.
Werkstatterfahrung
Den Austrittsweg diagnostizieren, nicht nur den ersten Eindruck
Die sichtbare Stelle einer Flüssigkeit ist nicht zwingend der Ort des Defekts. Hier trat sie am Getriebe aus, während ein verdeckter Stopfen im Motorblock versagt hatte.
Ebenso wichtig war es, den Aufbau zu stoppen, als das Ersatzteil nicht sicher saß. Der Originalstopfen verhinderte, dass eine viele Stunden dauernde Arbeit mit einem unzuverlässigen Bauteil abgeschlossen wurde.
Teile und Material
Bestätigtes Material
- Originaler Verschlussstopfen
- Druckplatte
- Kupplungsscheibe
- Ausrücklager
- Kühlmittel


